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02-masttypen:kurbelmast

Kurbelmast

Der Kurbelmast (Kürzel K) wird nicht über ein loses Seil bedient, sondern über eine im Mast eingebaute Seilwinde. Die zugehörige Handkurbel ist abziehbar und bleibt nicht am Mast.

Funktionsweise

Im unteren Mastbereich sitzt eine Winde, auf die das Hissseil aufgewickelt wird. Das Seil läuft innen im Rohr nach oben und wird am Mastkopf über einen Kunststoffkopf nach aussen geleitet. Wird die Kurbel aufgesteckt und gedreht, bewegt sich die Fahne gleichmässig nach oben oder unten.

Ein Gegengewicht sorgt dafür, dass das Seil beim Einholen auf Zug bleibt und sich sauber auf die Winde legt. Verzinkte Befestigungsringe und mitgelieferte Kunststofftüllen verbinden Tuch und Seil.

Der eigentliche Vorteil

Am Kurbelmast fehlt im Ruhezustand jedes bedienbare Teil. Kein Seil zum Ziehen, kein Knoten zum Lösen, keine Klappe zum Aufbrechen — die Kurbel ist schlicht nicht da. Damit ist der Mast in dem Moment funktionslos, in dem niemand mit Kurbel danebensteht.

Das macht ihn zur bevorzugten Lösung überall dort, wo Masten unbeaufsichtigt im öffentlichen Raum stehen: Fussgängerzonen, Bahnhofplätze, Schulareale, Parkanlagen, Festgelände.

Der zweite, im Alltag oft wichtigere Vorteil ist die Kraftübersetzung. Grosse Fahnen an hohen Masten lassen sich von Hand nur mit Mühe einholen, besonders bei Wind und bei nassem, schwerem Tuch. Über eine Winde geht das kontrolliert und ohne Kraftaufwand — auch von einer einzelnen Person.

Technische Eckwerte

  • Höhen von 5 bis 12 Metern, zweiteilig, Montage über Bodenhülse
  • Spezialseil mit rund 600 kg Reisskraft
  • Abziehbare Handkurbel
  • Optional mit Aludrehkopf erhältlich

Wofür er sich eignet

  • Öffentlicher Raum mit Vandalismusrisiko
  • Hohe Masten mit grossen Fahnen, wo die Übersetzung den Unterschied macht
  • Häufiger Fahnenwechsel durch wechselnde Personen
  • Standorte, an denen eine Person den Mast allein bedienen können muss

Grenzen

  • Die Kurbel muss auffindbar sein. Ein Kurbelmast ohne Kurbel ist nicht bedienbar. Bei Gemeinden und Vereinen mit wechselnden Zuständigkeiten braucht es eine feste Ablage und eine Ersatzkurbel.
  • Mehr Mechanik. Die Winde ist ein bewegliches Bauteil und gehört in die regelmässige Kontrolle.
  • Mehrpreis gegenüber Seilbedienung.
  • In Kombination mit Ausleger unüblich. Die gängigen Kurbelmasten sind Masten ohne Ausleger.

Abgrenzung

Gegenüber dem Türchenmast: Beide führen das Seil innen und schützen vor unbefugtem Zugriff. Der Türchenmast sperrt den Zugang, der Kurbelmast entfernt das Werkzeug. Wo mit gezielter Beschädigung zu rechnen ist, ist die Kurbel robuster — ein Schloss lässt sich aufbrechen, eine fehlende Kurbel nicht ersetzen.

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