Fahnenmasten-Wiki

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08-faq:start

8. Häufige Fragen

Kurze Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden. Jede Antwort steht zuerst in einem Satz, danach folgt die Begründung und der Verweis auf das ausführliche Kapitel.

Wie hoch soll ein Fahnenmast sein?

Übliche Masthöhen liegen zwischen 5 und 12 Metern; ab dieser Höhe werden Masten in der Regel zweiteilig ausgeführt.

Die Höhe entscheidet über zwei Dinge: über die Fernwirkung und über die zulässige Fahnengrösse. Ein zu hoher Mast am falschen Ort bringt keine bessere Wirkung, sondern nur mehr Windlast. Massgebend sind der verfügbare Freiraum, die Bebauung ringsum und allfällige kommunale Höhengrenzen.

Mehr dazu: Masthöhe und Wandstärke

Welche Fahnengrösse gehört an welche Masthöhe?

Als Faustregel gilt: quadratische Fahne rund ein Fünftel bis ein Viertel der Masthöhe als Seitenlänge, Querformat rund ein Drittel der Masthöhe in der Länge, Hochformat bis rund die halbe Masthöhe.

An einem 8-Meter-Mast heisst das zum Beispiel 150 × 150 cm quadratisch, 150 × 225 cm quer oder 120 × 400 cm hoch. An exponierten Standorten wird eine Grössenstufe kleiner gewählt.

Die vollständige Tabelle von 5 bis 12 Metern steht in Fahnengrösse zu Masthöhe.

Wie viel Platz braucht ein Fahnenmast rundherum?

Als Planungsgrundsatz gilt ein Freiraum im Radius der Masthöhe: ein 8-Meter-Mast braucht 8 Meter rundum.

Der Grund ist nicht die Optik, sondern der Fall- und Wartungsraum. Zusätzlich zu beachten sind Freileitungen mit den Mindestabständen des Netzbetreibers, Bahnanlagen mit eigenen Vorschriften sowie unterirdische Bauten wie Tiefgaragen, Zisternen und Kanäle, die nicht belastet werden dürfen. Vor dem Aushub gehört der Leitungsplan auf den Tisch.

Mehr dazu: Standortwahl

Braucht ein Fahnenmast in der Schweiz eine Baubewilligung?

Das ist kantonal und kommunal unterschiedlich geregelt; eine gesamtschweizerische Antwort gibt es nicht.

Viele Gemeinden kennen für Privatgärten eine Höhengrenze, unterhalb derer ein Mast bewilligungsfrei bleibt. Strenger wird es in Kernzonen, in Ortsbildschutzgebieten und bei Denkmalschutz. Masten auf öffentlichem Grund sind praktisch immer bewilligungspflichtig, und wer den Mast für Werbung nutzt, untersteht zusätzlichen Bestimmungen. Massgebend ist immer die Auskunft der Standortgemeinde.

Mehr dazu: Standortwahl

Welche Norm regelt die Windlast auf Fahnenmasten in der Schweiz?

Massgebend ist die Norm SIA 261 «Einwirkungen auf Tragwerke».

Sie liefert den Staudruck je nach Region und Geländekategorie. Die Bandbreite in der Schweiz reicht von rund 0,9 kN/m² im geschützten Mittelland bis rund 3,3 kN/m² im exponierten Alpenraum. Die Norm ist der Ausgangspunkt jeder ernsthaften Dimensionierung.

Mehr dazu: Windlastzonen der Schweiz

Wie stark ist die Windlast an meinem Standort?

Das hängt von Region, Geländekategorie und örtlicher Lage ab; ein exponierter Jurastandort erfährt rund die zweieinhalbfache Last eines geschützten Mittellandstandorts.

Grobe Orientierung nach SIA 261: Mittelland und geschützte Lagen rund 0,9 kN/m², Übergangslagen und Voralpen 1,1 bis 1,3 kN/m², exponierter Jura bis 2,4 kN/m², Alpenraum 1,1 bis 3,3 kN/m² und stark ortsabhängig. Verschärfend wirken Kuppen und Anhöhen, See- und Flussufer, Tal- und Föhnwinde, Gebäudekanten und Häuserschluchten sowie Standorte über der Dachkante.

Mehr dazu: Windlastzonen der Schweiz

Ab welcher Wetterlage muss die Fahne eingeholt werden?

Als Richtschnur dient die Windwarnung von MeteoSchweiz: ab Stufe 3 (erhebliche Gefahr) gehört die Fahne herunter, ebenso bei angekündigter Sturmwarnung oder Gewitterfront.

Früher einholen sollte, wer eine übergrosse oder bereits gealterte Fahne führt oder einen exponierten Standort hat. Mobile Masten werden bei Sturmwarnung vollständig abgebaut, und über den Winter wird die Fahne generell abgenommen. Während des Sturms gilt: nicht mehr an den Mast gehen, bei sichtbarer Mastbewegung den Bereich absperren.

Mehr dazu: Sturm und Notfall

Brauche ich für eine Hochformatfahne einen Ausleger?

Ja. Hochformat- und Knatterfahnen gehören zwingend an einen Mast mit Ausleger.

Ohne Ausleger wickelt sich das lange Tuch um das Rohr, scheuert und reisst. Der Ausleger hält die Fahne auf Distanz und sorgt dafür, dass sie sich frei ausrichten kann. Für Querformat- und quadratische Fahnen ist ein Ausleger nicht zwingend, verlängert aber die Lebensdauer des Tuchs.

Mehr dazu: Auslegermast

Welcher Masttyp passt zu welchem Einsatz?

Kurz gefasst: Firmenpräsentation im Dauerbetrieb Türchen-Auslegermast, Gemeinde mit häufigem Fahnenwechsel Türchen- oder Kurbelmast, Privatgarten und Vereinsheim Türchenmast, Fassade Wandmast, temporärer Einsatz Teleskop- oder mobiler Mast.

Der Türchenmast führt das Seil im Rohr. Das bringt zwei Vorteile, die in der Praxis den Ausschlag geben: kein Seilklappern und kein Zugriff von aussen. Lärm durch aussenliegende Seile ist die häufigste Reklamation überhaupt. Wo Vandalismus ein Thema ist, hat der Kurbelmast den Vorteil, dass die Kurbel abgezogen werden kann.

Die vollständige Gegenüberstellung nach Seilführung, Diebstahlschutz, Bedienkomfort, Fahnenhaltbarkeit, Windresistenz und Wartungsaufwand steht in Typenvergleich.

Siehe auch

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