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02-masttypen:auslegermast

Auslegermast

Ein Auslegermast trägt am oberen Ende einen waagrechten Arm — den Ausleger —, an dem das Fahnentuch oben abgespannt wird. Die Fahne hängt damit nicht frei am Seil, sondern wird auf Distanz zum Mastrohr gehalten.

Das Problem, das er löst

Eine frei hängende Fahne dreht sich im Wind um den Mast. Bei böigem oder drehendem Wind wickelt sie sich auf, bleibt hängen und ist nicht mehr lesbar — im ungünstigsten Fall über Tage. Wer sie befreien will, muss sie einholen und neu setzen.

Das ist nicht nur ein optisches Ärgernis. Beim Aufwickeln scheuert das Tuch am Mastrohr, und zwar immer an denselben Stellen. Genau dort entstehen die typischen Verschleissbilder: aufgeriebene Nähte, glanzgescheuerte Flächen, gebrochene Fäden am Flatterrand. Eine Fahne, die sich regelmässig aufwickelt, hält einen Bruchteil der Zeit einer freilaufenden.

Wie der Ausleger wirkt

Der Ausleger sitzt am Mastkopf und hält die obere Tuchkante waagrecht. Damit passieren drei Dinge:

  1. Das Tuch bleibt vom Mast weg. Es kann sich nicht mehr um das Rohr wickeln.
  2. Das Tuch ist auch ohne Wind sichtbar. Bei Windstille hängt eine freie Fahne als schmale Wurst am Seil. Am Ausleger bleibt zumindest die obere Kante gespannt, das Motiv erkennbar.
  3. Die Krafteinleitung wird gleichmässiger. Statt an einem Punkt zieht die Fahne über die ganze Auslegerlänge.

Der Ausleger ist in der Regel drehbar gelagert. Er folgt dem Wind, statt sich gegen ihn zu stellen — sonst würde er als starrer Hebel wirken und die Belastung auf den Mastkopf deutlich erhöhen. Ein drehbarer Ausleger in Verbindung mit einem 360-Grad-Drehkopf ist deshalb kein Komfortmerkmal, sondern Teil der Konstruktion.

Wofür er sich eignet

  • Firmen- und Werbefahnen, bei denen Lesbarkeit der eigentliche Zweck ist. Eine aufgewickelte Werbefahne ist wirkungslos.
  • Hochformatfahnen und Knatterfahnen, die konstruktiv auf eine obere Abspannung angewiesen sind.
  • Dauerbeflaggung, bei der die längere Lebensdauer des Tuchs den Ausschlag gibt.
  • Standorte mit drehendem Wind, etwa zwischen Gebäuden oder in Hofsituationen.

Wo er weniger sinnvoll ist

  • Bei quadratischen Schweizer Fahnen in traditioneller Anwendung, wo das freie Flattern zum gewohnten Bild gehört.
  • Bei selten genutzten Masten, an denen ohnehin nur zu Anlässen eine Fahne hängt.
  • Bei sehr exponierten Standorten, wo jede zusätzliche Fläche am Mastkopf die Windlast erhöht — hier ist die Gesamtbetrachtung nach Windlast massgebend.

Kombinationen

Der Ausleger lässt sich mit jeder Seilführung kombinieren. Am Markt üblich sind:

  • Standard Ausleger Fahnenmast (A) — Ausleger mit aussenliegender Seilführung, die günstigste Variante mit Ausleger. Produktseite
  • Türchen Ausleger Fahnenmast (TA) — Ausleger mit innenliegendem Seil und verschliessbarem Türchen. Produktseite
  • Türchen Ausleger Fahnenmast Deluxe (TAD) — dieselbe Bauform in gehobener Ausstattung. Produktseite

Was am Tuch anders sein muss

Eine Fahne für den Ausleger wird anders konfektioniert als eine freie Hissfahne: Sie braucht oben eine durchgehende Befestigung über die ganze Auslegerlänge und seitlich eine Zugentlastung. Eine gewöhnliche Hissfahne lässt sich nicht ohne Weiteres an einen Ausleger hängen. Wie das Tuch dafür gearbeitet wird, behandelt das Fahnen-Wiki.

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