Fahnenmasten-Wiki

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Aufbau und Bauteile

Ein Fahnenmast lässt sich von unten nach oben lesen. Jedes Bauteil hat eine klar umrissene Aufgabe, und fast jeder Schaden an einem Mast lässt sich einem dieser Teile zuordnen.

Verankerung

Fundament. Der Mast überträgt sein Kippmoment in den Boden. Bei fest installierten Masten geschieht das über ein Betonfundament, dessen Grösse sich nach Masthöhe, Fahnengrösse und Bodenbeschaffenheit richtet.

Bodenhülse. Ein Rohrstück, das im Fundament einbetoniert wird und den Mast aufnimmt. Sie ist das eigentliche Bindeglied zwischen Bauwerk und Mast. Ihr grosser Vorteil: Der Mast lässt sich zum Unterhalt oder für den Winter herausziehen, ohne dass am Fundament etwas geändert werden muss.

Zentrierring. Sitzt in der Bodenhülse und hält den Mast lotrecht und spielfrei. Ohne ihn steht der Mast schief und arbeitet im Wind gegen den Hülsenrand.

Mastrohr

Das Rohr ist meist konisch, verjüngt sich also nach oben. Das ist kein gestalterischer Einfall, sondern statisch begründet: Unten, wo das Biegemoment am grössten ist, braucht es den grössten Querschnitt; oben, wo es gegen null geht, ist Material überflüssig und würde nur Eigengewicht und Windangriffsfläche vergrössern.

Masten ab einer gewissen Höhe werden mehrteilig ausgeführt und vor Ort gesteckt. Das erleichtert Transport und Montage erheblich. Aluart-Masten sind in Höhen von 5 bis 12 Metern zweiteilig aufgebaut.

Hissvorrichtung

Hissseil. Läuft über eine Umlenkung im Mastkopf und trägt die Fahne. Es ist ein Verschleissteil und gehört zu den Bauteilen, die regelmässig kontrolliert werden sollten. Übliche Spezialseile erreichen eine Reisskraft von rund 600 Kilogramm.

Innen- oder aussenliegende Führung. Läuft das Seil innerhalb des Mastrohrs, ist es vor Zugriff geschützt und schlägt nicht gegen den Mast. Läuft es aussen, ist es einfacher zugänglich, aber ungeschützt. Der Vergleich steht unter Türchenmast.

Türchen mit Schloss. Eine verschliessbare Klappe im unteren Mastbereich, über die das innenliegende Seil bedient wird. Sie verhindert, dass Unbefugte die Fahne einholen oder entwenden.

Gegengewicht. Hält das Seil auf Zug und erleichtert das Einholen. Ohne Gegengewicht schlägt das lose Seil im Wind gegen den Mast — die häufigste Lärmquelle bei Fahnenmasten.

Seilwinde und Kurbel. Bei Kurbelmasten übernimmt eine eingebaute Winde die Seilbewegung. Die Handkurbel ist abziehbar und bleibt nicht am Mast — siehe Kurbelmast.

Mastkopf

Drehkopf. Ein um 360 Grad drehbarer Aufsatz. Er lässt die Fahne dem Wind folgen, statt sie gegen den Mast zu drücken. Bei Auslegermasten ist er die Voraussetzung dafür, dass sich der Ausleger ausrichten kann.

Gefederter Wirbel. Nimmt Zugspitzen im Seil auf, wenn eine Böe in die Fahne fährt, und schont damit Tuch, Seil und Befestigung.

Spitze oder Knauf. Der obere Abschluss. Neben der Gestaltung hat er die Aufgabe, das Mastrohr gegen eindringendes Wasser zu verschliessen.

Ausleger

Ein waagrechter Arm am Mastkopf, an dem das Tuch oben abgespannt wird. Er verhindert das Umschlingen des Mastes und hält Hochformatfahnen auch bei wenig Wind lesbar. Ausführlich unter Auslegermast.

Befestigung der Fahne

Karabiner, Tüllen und Keder. Die Verbindung zwischen Seil und Tuch. Kunststoffteile schonen dabei sowohl das Tuch als auch die Mastoberfläche. Wie das Tuch dafür konfektioniert wird — Besatzband, Ösen, Hohlsaum —, behandelt das Fahnen-Wiki.

Zusammenspiel

Die Bauteile sind kein Baukasten aus beliebig kombinierbaren Einzelteilen. Masthöhe, Rohrquerschnitt, Fahnengrösse und Fundament bilden ein abgestimmtes System. Wer eine grössere Fahne an einen bestehenden Mast hängt, verändert die Belastung des gesamten Systems — dazu mehr unter Masthöhe und Wandstärke.

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