Inhaltsverzeichnis

4. Statik, Windlast und Sicherheit

Dieses Kapitel behandelt die Frage, die über Lebensdauer und Sicherheit eines Fahnenmasts entscheidet: Welche Kräfte wirken, und wie hält der Mast ihnen stand?

Die kurze Antwort vorweg: Nicht der Mast trägt die Last, sondern die Fahne erzeugt sie. Eine Fahne ist ein Segel. Sie überträgt den Winddruck in den Mastkopf, und von dort wirkt er als Biegemoment auf den gesamten Mast bis hinunter ins Fundament. Deshalb ist die Fahnengrösse keine gestalterische Entscheidung, sondern eine statische.

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Die drei Merksätze

1. Die Fahne bestimmt die Last, nicht der Mast. Ein 8-Meter-Mast mit kleiner Fahne ist weniger belastet als ein 6-Meter-Mast mit übergrosser Fahne.

2. Windkraft wächst quadratisch. Doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet vierfache Kraft. Deshalb sind es die seltenen Sturmereignisse, die Masten zerstören — nicht der Alltagswind.

3. Der Standort entscheidet mit. Derselbe Mast steht im Mittelland anders da als auf einer Jurahöhe oder in einer Alpenlage. Die Windlastzone ist kein Detail.

Wichtiger Hinweis

Die Angaben in diesem Kapitel sind Orientierungswerte für die Planung. Sie ersetzen keinen statischen Nachweis. Bei Grossmasten, bei Masten auf Bauwerken, in exponierten Lagen und überall dort, wo ein umstürzender Mast Personen gefährden könnte, gehört die Bemessung in die Hände einer Fachperson.

Massgebend in der Schweiz ist die Norm SIA 261 «Einwirkungen auf Tragwerke».