Ein Auslegermast trägt am oberen Ende einen waagrechten Arm — den Ausleger —, an dem das Fahnentuch oben abgespannt wird. Die Fahne hängt damit nicht frei am Seil, sondern wird auf Distanz zum Mastrohr gehalten.
Eine frei hängende Fahne dreht sich im Wind um den Mast. Bei böigem oder drehendem Wind wickelt sie sich auf, bleibt hängen und ist nicht mehr lesbar — im ungünstigsten Fall über Tage. Wer sie befreien will, muss sie einholen und neu setzen.
Das ist nicht nur ein optisches Ärgernis. Beim Aufwickeln scheuert das Tuch am Mastrohr, und zwar immer an denselben Stellen. Genau dort entstehen die typischen Verschleissbilder: aufgeriebene Nähte, glanzgescheuerte Flächen, gebrochene Fäden am Flatterrand. Eine Fahne, die sich regelmässig aufwickelt, hält einen Bruchteil der Zeit einer freilaufenden.
Der Ausleger sitzt am Mastkopf und hält die obere Tuchkante waagrecht. Damit passieren drei Dinge:
Der Ausleger ist in der Regel drehbar gelagert. Er folgt dem Wind, statt sich gegen ihn zu stellen — sonst würde er als starrer Hebel wirken und die Belastung auf den Mastkopf deutlich erhöhen. Ein drehbarer Ausleger in Verbindung mit einem 360-Grad-Drehkopf ist deshalb kein Komfortmerkmal, sondern Teil der Konstruktion.
Der Ausleger lässt sich mit jeder Seilführung kombinieren. Am Markt üblich sind:
Eine Fahne für den Ausleger wird anders konfektioniert als eine freie Hissfahne: Sie braucht oben eine durchgehende Befestigung über die ganze Auslegerlänge und seitlich eine Zugentlastung. Eine gewöhnliche Hissfahne lässt sich nicht ohne Weiteres an einen Ausleger hängen. Wie das Tuch dafür gearbeitet wird, behandelt das Fahnen-Wiki.