Inhaltsverzeichnis

Sturm und Notfall

Die wirksamste Schutzmassnahme für einen Fahnenmast kostet nichts: die Fahne rechtzeitig einholen. Ohne Tuch fehlt dem Wind die Angriffsfläche, und der Mast selbst hält weit mehr aus als die Kombination aus Mast und Fahne.

Warum das so viel bringt

Ein Mastrohr bietet dem Wind wenig und dazu strömungsgünstige Fläche. Eine Fahne bietet ein Vielfaches davon, flach, flatternd und ganz oben am längsten Hebel.

Dazu kommt die quadratische Zunahme der Windkraft: Von 40 auf 120 km/h steigt sie um das Neunfache. Genau in diesem Bereich liegen die Sturmereignisse, die Masten zerstören — und genau dann ist die eingeholte Fahne der Unterschied zwischen einem Ereignis und einem Schaden.

Wann einholen

Es gibt keine gesetzliche Schwelle, aber brauchbare Anhaltspunkte:

Situation Empfehlung
Windwarnung Stufe 3 (erhebliche Gefahr) oder höher Fahne einholen
Sturmwarnung, Gewitterfront angekündigt Fahne einholen
Mobile Masten bei angekündigtem Sturm vollständig abbauen
Übergrosse oder alte Fahne früher einholen als üblich
Exponierter Standort früher einholen als üblich
Winterpause ohne Beflaggung Fahne generell abnehmen

Massgebend sind die Warnungen von MeteoSchweiz. Wer mehrere Masten betreut, richtet sich am besten eine Warnmeldung ein, statt sich auf den Blick aus dem Fenster zu verlassen.

Vorbereitung, damit es im Ernstfall funktioniert

Im Sturm ist es zu spät, den Schlüssel zu suchen. Deshalb vorab klären:

Während des Sturms

Nicht mehr an den Mast gehen. Ein flatterndes nasses Tuch entwickelt erhebliche Kräfte, und der Aufenthalt unter einem schwankenden Mast ist gefährlich. Wer den Zeitpunkt verpasst hat, wartet ab.

Absperren, wenn nötig. Zeigt ein Mast sichtbare Bewegung am Fuss oder steht er schief, sollte der Bereich weiträumig abgesperrt werden.

Nach dem Sturm

Eine kurze Kontrolle, bevor die Fahne wieder gesetzt wird:

Am Mastfuss. Steht der Mast noch lotrecht? Zeigen sich Risse im Fundament, hat sich Erdreich gehoben, ist Spiel in der Bodenhülse entstanden? Ein Mast, der sich in der Hülse bewegen lässt, gehört ausser Betrieb.

Am Rohr. Beulen, Dellen, Verformungen — besonders im Bereich der Einspannstelle und der Steckverbindung.

Am Kopf. Dreht sich der Drehkopf noch frei? Ist der Ausleger unverformt? Sitzt die Spitze fest?

Am Seil. Aufgeriebene Stellen, gebrochene Litzen, gelängtes Seil. Ein Seil mit sichtbaren Beschädigungen wird ersetzt, nicht weiterverwendet.

Am Tuch. Eingerissener Flatterrand, aufgegangene Nähte, ausgerissene Befestigung. Ein angerissenes Tuch reisst beim nächsten Wind weiter.

Der Winter

Über die Sturmfrage hinaus:

Wenn doch etwas passiert

Personenschaden oder Sachschaden an Dritten — Situation sichern, Bereich absperren, Versicherung informieren, Ereignis dokumentieren.

Umgestürzter oder verformter Mast — nicht selbst wieder aufrichten. Ein verformter Mast ist strukturell geschädigt, auch wenn er auf den ersten Blick brauchbar aussieht. Beurteilung und Ersatz gehören an eine Fachfirma.

Wiederkehrende Schäden am selben Standort sind ein Hinweis darauf, dass Mast, Fahnengrösse und Windexposition nicht zusammenpassen — siehe Schadensbilder.

Verwandte Seiten

Windlast — Grundlagen · Schadensbilder · Mobile Masten